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Kambodscha und Thailand beginnen von der UNO unterstützte Schlichtung im Seegrenzstreit

Von Bangkok Post

Die Außenminister von Kambodscha und Thailand hielten am Dienstag Eröffnungsreden bei der ersten Sitzung eines Schiedsverfahrens der UNO zur Beilegung eines langjährigen Seegrenzstreits zwischen den beiden südostasiatischen Nachbarn.

Die Außenminister von Kambodscha und Thailand hielten am Dienstag Eröffnungsreden bei der ersten Sitzung eines Schiedsverfahrens der UNO zur Beilegung eines langjährigen Seegrenzstreits zwischen den beiden südostasiatischen Nachbarn. Nach Einleitung des obligatorischen Schlichtungsverfahrens gemäß dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (Unclos) erklärte der kambodschanische Minister für auswärtige Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit Prak Sokhonn, sein Land strebe einen Vertrag mit Thailand zur Abgrenzung einer einzigen, allumfassenden Seegrenze an. „Alternativ wäre Kambodscha bereit, eine Vereinbarung mit Thailand über die gemeinsame Erschließung und gerechte Aufteilung der Ressourcen zwischen beiden Staaten abzuschließen“, sagte er. In seiner Stellungnahme erklärte Außenminister Sihasak Phuangketkeow, dass der Umfang des laufenden Verfahrens ausschließlich die Abgrenzung der Seegrenze zwischen Thailand und Kambodscha im Golf von Thailand betreffe. „Thailand nimmt an dieser Schlichtung in gutem Glauben teil und ist sich der Bestimmungen von Unclos vollständig bewusst“, sagte Herr Sihasak und bemerkte, dass Bangkok vorgeschlagen hatte, zunächst direkte Gespräche über die Seegrenzen zu führen, bevor auf das Unclos-Verfahren übergegangen wird. Seit mehr als 25 Jahren beanspruchen Kambodscha und Thailand jeweils etwa 26.000 Quadratkilometer Seegebiet im Golf von Thailand, einer Gegend, die schätzungsweise fast 12 Billionen Kubikfuß Erdgas und große Mengen Öl mit einem Wert von etwa 300 Milliarden Dollar enthält. Die Nachbarn unterzeichneten 2001 ein Abkommen zur Entwicklung eines Rahmens für die gemeinsame Nutzung der Energieressourcen im sogenannten „Überlappungsanspruchsgebiet“, doch Thailand kündigte das Abkommen im Mai, als Folge tödlicher Grenzkonflikte im letzten Jahr. Im Juni gab Kambodscha bekannt, dass es ein obligatorisches Schlichtungsverfahren gemäß Unclos eingeleitet habe, bei dem ein Gremium unabhängiger Experten den Streit prüft und Empfehlungen abgibt, die jedoch rechtlich weder für die eine noch die andere Partei bindend sind. Der von der UNO unterstützte Mechanismus wurde bisher nur von Osttimor, auch bekannt als Timor-Leste, genutzt, um erfolgreich einen jahrzehntelangen Seegrenzstreit mit Australien beizulegen.
Quelle lesen — Bangkok Post

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